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Alphorn

Geschichte des Alphorns

Geburtsort und -stunde des Alphorns sind - und bleiben wohl - unbekannt. Hornsinstrumente sind auf allen Kontinenten, in verschiedenen Regionen und Zeiten "erfunden" worden. Sie wurden aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Formen hergestellt. Jedes auf beiden Seiten offene Rohr eignet sich als "Horn". Der Ton wird erzeugt indem die Luft im Rohr durch eine entsprechende Blastechnik (Lungen und Lippenarbeit) in Bewegung versetzt wird.
Je nach Material, Durchmesser, Rohrverlauf (zylindrisch oder konisch) und Dicke der Rohrwandung entsteht eine anderer Klang. Die Rohrlänge ergibt die Tonhöhe und hat einen wichtigen Einfluss auf den erzeugbaren Tonumfang innerhalb der Naturtonreihe (siehe "Naturtonreihe"). Da Naturhörner und -trompeten keiner Grifflöcher, Klappen, Ventile oder Züge haben, kann auf ihnen nur die Naturtonreihe gespielt werden. Um in dieser Skala einen musikalisch brauchbaren (interessanten) Tonumfang blasen zu können, muss das Rohr eine minimale Länge und im Verhältnis dazu einen maximalen Durchmesser haben. Auf ganz kurzen Hörnern (z.B. einem ausgehöhlten Tierhorn) können nur 1-2 unterschiedlich hohe Töne geblasen werden (1. und 2. Naturton). Auf sehr langen Hörnern ergibt sich keine klare Trennung der Tonhöhen mehr (die Töne "sitzen" nicht gut, gleiten "nahtlos" ineinander über).
Innerhalb der Blasinstrumente mit Kesselmundstücken unterscheidet man grundsätzlich zwischen Horninstrumenten (mehrheitlich konischer Rohrverlauf) und Trompeteninstrumenten (mehrheitlich zylindrischer Rohrverlauf). Das Alphorn, welches in seiner ganzen Länge konisch verläuft, gehört also eindeutig in die Familie der Hörner. Da auch der "Büchel" (wie eine Trompete gewundenes, kürzeres Holzhorn) in seiner ganzen Länge konisch verläuft, ist es falsch hier von einer "Holztrompete" zu sprechen - obwohl der Büchel in seiner Form eher einer Trompete gleicht, gehört auch er in die Familie der Hörner.

Wenn wir heute von einem "Alphorn" sprechen, meinen wir ein langes, gerades, unten abgebogenes Holzhorn. Die Bezeichnung "Alphorn" wurde jedoch in früheren Zeiten auch für andere Hirteninstrumente in den Alpenregionen verwendet. Es ist daher oft schwierig herauszufinden, ob in alten schriftlichen Quellen von einem Alphorn im heutigen Sinne die Rede ist. Ebenso schwierig ist es, sich anhand von altem Bildmaterial zu orientieren. Für Laien sind aber auch die überlieferten musikalischen Aufzeichnung irreführend! Eine auf einem kurzen - 170cm langen - Hirtenhorn geblasenen Melodie erklingt in der Tonhöhe (relativ, in C) zwischen g' und g" innerhalb der Naturtonreihe spielt der Bläser jedoch zwischen dem 3. und 6. Naturton, also zwischen (relativ) "Bass-g" und g'. Die Melodie erklingt also deshalb um eine Oktav höher, weil das Instrument nur halb so lang ist, wie die heutigen Instrumente. Innerhalb dieses (tiefen) Tonraumes können die Töne d" und das "Alphorn-fa" aber nicht geblasen werden, weil sie im unteren Bereich der Naturtonreihe gar nicht existieren! Diese Unkenntnis, Irreführung mag vielleicht dazu beigetragen haben, dass lange Zeit behauptet wurde, man habe in früheren Zeiten die (etwas schiefen) Töne b' und das "Alphorn-fa" nicht geblasen,
Die "Sinfonia pastorella" von Leopold Mozart ist in G-Dur gesetzt. Ein heutiges Alphorn in der Grundstimmung G ist ca. 327cm lang. Auf einem Instrument dieser Länge kann in der Naturtonreihe ohne weiteres vom 1. bis zum 12. Ton (Grundton bis g") geblasen werden. Das (relativ) d" und das "Alphorn-fa" könnten also leicht vom solistisch eingesetzten "Alphorn" geblasen werden., im Januar 2001

Diverse Fotos