Unter einem Jodel wird meist

ein text- und wort-loses Singen

verstanden, ein Spiel der

Klangfarben zwischen Falsett-

und Bruststimme in der Ab-

folge einzelner, nicht-sinn-

gebundener Vokal-Konsonant

Verbindungen (z.B. jo-hol-di-o-

u-ri-a). Der einfache Jodelruf

basiert auf dem Viehlock- und

Signalruf (Juuz). Um 1796 er-

wähnte der dt. Schauspieler

und Sänger Emanuel Schikan-

eder als einer der ersten das

Wort "jodeln" im Zusammen-

hang mit herumziehenden,

singenden Tirolern. In der

Innerschweiz, im Appen-

zellischen, im Toggenburg, im

Berner-, Greyerzer- und Frei-

burgerland ist der mündlich

überlieferte Naturjodel be-

heimatet in dem in der Regel

das sog. Alphorn-fa (d.h. der

elfte Teilton der Naturtonreihe)

beibehalten wird. In der Ost-

schweiz ist v.a. das akkord-

begleitende Gradhäbe

(Geradehalten von einfachen

Stufenakkorden) bekannt, das

ähnlich wie in der Westschweiz

eine mehrstimmige Jodelform

ist, bei der ein oder zwei Vor-

jodler eine Hauptmelodie

intonieren, zu der sich ein

mehrstimmiger Chor gesellt.

Diese improvisierende Praxis

des mehrstimmigen J.s ist mit

Schelleschötte (Schellen-

schütteln) oder Talerschwinge

als Bordunbegleitung im

Appenzell bereits Ende des 18.

Jh. belegt.

Mit dem Auftreten von

Jodlerklubs und -vereinen

wurden nach 1830 eigene,

mehrstimmige Jodellieder für

den Chor komponiert (Volks-

lied). Ferdinand Fürchtegott

Huber im Kt. Bern, der Appen-

zeller Pfarrer Samuel Weis-

haupt und Johann Heinrich

Tobler komponierten J. mit

Begleitchören. Im Gegensatz

zu den älteren Jodelweisen mit

sog. neutraler Intonation (z.B.

in der Muotataler "Natur-

melodik") orientieren sich die

komponierten Jodellieder mit

ihren melod. Wendungen und

dem harmon. Klangaufbau am

romant. Kunstlied des 19. Jh.

Grosser Beliebtheit erfreut sich

das Gsätzli, ein mehrstimmig

gesetztes und neu gedichtetes

Mundartlied, verknüpft mit

einem solistisch oder chor.

geprägten Jodelrefrain, sei es

als Vor-, Zwischen- oder

Nachjodel.

1910 wurde auf Initiative des

bern. Jodlervaters Oskar

Friedrich Schmalz die Schweiz.

Jodlervereinigung gegründet,

aus der 1932 der Eidg. Jodler-

verband hervorging. Dieser

gibt regelmässig alte und neue

Jodelliedblätter für Einzeljodler

und -jodlerinnen, Duette, Ter-

zette, Doppel-Quartette, Jodler-

gruppen oder gemischte

Jodlerchöre heraus. In der

Schweiz zählt man seit der

Mitte des 19. Jh. bis in die

Gegenwart über hundert

volkstüml. Jodellied-

komponisten, u.a. Alfred Leonz

Gassmann, Emil Grolimund,

Rudolf Krenger, Max Lienert,

Hans Walter Schneller, Ernst

Sommer und Adolf Stähli. Die

Mehrheit der Jodellieder be-

singt auf idealisierende und

nostalg. Weise das Heimat-

leben, die Bergwelt, Bauern-

stand, Küher- und Älplerwesen

(Hirtenvolk). Mit dem Blasen

des Alphorns, mit Fahnen-

schwingen und Trachten be-

trachten die Verbände das J.n

als eine nationale Eigentüm-

lichkeit (Bräuche).

Die übergreifende

Organisation der regionalen

Gruppen und

Jodlerwettkämpfe verhalfen

dem Jodellied seit Mitte des 20.

Jh. zu einer ungeahnten

Popularität. Seit 1924 findet

jährlich das Eidg. Jodlerfest

statt (Eidgenössische Feste).

Mit 780 Jodlergruppen und

mehr als 24'000 Mitgliedern

(2005) stellen die Verbände

inzwischen ein gesamtschweiz.

Phänomen dar. Ausserhalb der

organisierten Pflege nimmt

sich seit den 1990er Jahren auf

eine neue, unbekümmerte und

zum Teil traditionskrit. Weise

auch der Ethnopop des

Juchzens und Jodelns an.Valotti

und Wolfgang Sieber.

Mitwirkende: Jodlerklub Aarau

und Jodlerklub Frick. 

Aufgeführt in Pfeffikon.

Guidos Grafik- und Fotohomepage

Jodlerkantate in Pfeffikon

Jodlerkantate vom Willi Valotti und Wolfgang Sieber. Mitwirkende:

Jodlerklub Aarau und Jodlerklub Frick. Aufführung in Pfeffikon.

Chinderchörli Geuensee / andere Clubs
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